
Geduld ist eine Tugend, das bekomme ich seit jeher zu hören. Gelduld.ist.eine.Tugend.
Sicher ist sie nicht meine stärkste, aber ich übe mich darin. Wisst ihr wie das ist morgens auf der Bettkante zu sitzen und sich zu überlegen, wie man die Ungeduld und das ständige Warten bezwingen kann?
Wieder ein Tag im Zeichen des Wartens, da bleibt man schon bis halb 1 im Bett und der Tag hat trotzdem noch so viele Minuten die es zu füllen gilt. Ich sitze also auf der Bettkante und starre die gegenüberliegende Badezimmertür an, lasse die Beine baumeln und denke nach. Womit also schier unendlichen Minuten füllen. Ich fange an mit meinem Körper vor und zurück zu wippen und ertappe mich selbst dabei. Nein, keine gute Idee um die Zeit tot zu schlagen. Stattdessen schaue ich lieber aus dem Fenster um festzustellen, dass der Plan den Frust von der Seele zu laufen bei dem Wetter auch gestrichen werden kann. Ertappe mich dabei wie ich über mich selber lache weil ich joggen hasse und lediglich unter Liebeskummer auf die Wahnsinnige Idee komme mich abzuquälen, in der Hoffnung es würde die Qualen mindern, womit ich regelmäßig falsch liege. Stattdessen stehe ich also auf und trete in das eiskalte Badezimmer, immer daran denkend, Geduld ist eine Tugend und irgendwann wird auch meine Familie lernen nach dem Duschen das Fenster wieder zuzumachen wenn draußen nur 14 Grad sind. Suche verzweifelt nach dem wärmsten Pulli den ich besitze um festzustellen, dass ich gestern darin eingeschlafen bin. Frustriert stehe ich vor meinem Kleiderschrank um dort dann festzustellen, dass ich alle Sachen, in denen ich Zuhause doch so gerne rumlaufe weil sie warm und bequem sind in einem Anfall von WAHNSINN aussortiert habe...Schnappe mir also den einzigen Pulli der in meinen Augen noch halbwegs warm erscheint. In der Hoffnung allein zu sein bewege ich mich schleichend die Treppe hinunter um von weitem meinen Vater schimpfen zu hören, will gerade wieder die Treppe hinauf um mich zu verstecken, doch er hat mich schon gehört. Dass ich mir dann vor dem Mittagessen noch einen Nutellatoast schmiere passt ihm so garnicht, weil immerhin kocht er ja ausnahmesweise mal und zwar sein Lieblingsessen, dass ich auf den Tod nicht ausstehen kann. Der Nutellatoast und ich begeben uns also wieder unauffällig nach oben und sondieren sämtliche online Portale wie Facebook und ICQ in der Hoffnung auf ein Lebenszeichen; das Handy lag ja schließlich die ganze Nacht neben dem Ohr und hätte mich mit geweckt, wenn es denn ein Lebenszeichen gegeben hätte. Gabesabernicht.
Jetzt ist es halb 3, 120 Minuten warte ich jetzt schon und es folgen weitere und denken kann ich nur die ganze Zeit an diese wundervollen braunen Augen, die starken Hände und die Worte: Ich würde dich nicht anlügen und ich würde niemals mit dir spielen.
Geduld.ist.eine.Tugend und Männer, Männer sind Männer.

Danke für deinen Kommentar in meinem Blog :) im Gegensatz zu deinen Texten ist mein Blog aber überhaupt nicht lesenswert...du schreibst richtig toll! Gerade dieser Beitrag, einfach nur wahnsinnig gut beschrieben...
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